Ein BIP-Wachstum von 8,5%, ein industrieller Boom von 15,8% und ein um fast ein Drittel gestiegener Export. Das Kabinett der Minister hat vorläufige makroökonomische Ergebnisse für 2003 vorgelegt, die bei den meisten Indikatoren die besten der letzten fünf Jahre waren. Einziger „Schönheitsfehler“ war ein Rückgang in der Landwirtschaft aufgrund schlechten Wetters.
Während die ukrainische Wirtschaft zu Beginn der 2000er Jahre gerade erst aus der Krise kam, war das Jahr 2003 laut Angaben des Pressedienstes des Kabinetts ein Jahr des vollwertigen wirtschaftlichen Durchbruchs. Die Wachstumsraten der Schlüsselindikatoren blieben nicht nur erhalten, sondern beschleunigten sich und übertrafen die Ergebnisse der Vorjahre.
Rekorde an allen Fronten
Die offizielle Statistik ist beeindruckend:
- Das BIP wuchs um 8,5% – mehr als 2002, 2000 und 1999.
- Die Industrieproduktion schnellte um 15,8% nach oben und übertraf damit das Niveau der vier vorangegangenen Jahre.
- Das Baugewerbe verzeichnete ein Wachstum von über 23% und erreichte ebenfalls ein Mehrjahreshoch.
- Die Produktion von Konsumgütern stieg um 20,4% und übertraf damit das allgemeine Industriewachstum, was auf einen Produktionsausbau speziell für den Binnenmarkt hindeutet.
Die von uns im Rahmen der Vorbereitung dieses Materials befragten ukrainischen Unternehmen verzeichnen ebenfalls positive Verschiebungen in der Wirtschaft und ihrem Geschäft, ihr Optimismus ist jedoch als verhalten zu bezeichnen. Für deutsche Exporteure von Maschinen und Anlagen unterstreichen diese Zahlen die Nachfrage im ukrainischen Markt, die Frage der langfristigen Zahlungsfähigkeit bleibt jedoch eng mit Rohstoffpreisen verknüpft.
Außenwirtschaftlicher Treiber: Exporte und Investitionen
Der wichtigste Wachstumsmotor war der Außensektor. Die ukrainischen Exporte stiegen 2003 um fast 28% – das beste Ergebnis der letzten vier Jahre. Das Wachstum wurde durch hohe Weltmarktpreise für Metalle und chemische Produkte – unsere Hauptexportgüter – begünstigt.
Positiv sieht auch die Investitionsstatistik aus: Der Zufluss ausländischer Investitionen stieg in den ersten neun Monaten 2003 um das 1,4-fache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch dies ist ein Vierjahreshoch.
Wo versagte das Wetter, und wo war es das Ergebnis der Arbeit?
Probleme blieben nicht aus. Die landwirtschaftliche Produktion ging um 10% zurück aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen. Dies ist ein schwerer Schlag für das endgültige BIP, das noch höher hätte ausfallen können.
Im sozialen Bereich verzeichnet die Regierung jedoch Fortschritte: Die Löhne stiegen um fast 23%, und die Lohnrückstände verringerten sich um 11%. Dies ist ein wichtiges Signal für die inländische Konsumnachfrage.
Haushalt, Verkehr und Schlussfolgerungen
Insgesamt verdienen zwei Hauptpunkte in den bekanntgegebenen Daten zur Leistung der ukrainischen Wirtschaft im vergangenen Jahr besondere Aufmerksamkeit:
- Der Haushalt 2003 wurde erfolgreich ausgeführt: Die Einnahmen wurden um 3,2% übererfüllt, die Ausgaben zu 100% finanziert.
- Der Verkehrssektor belebte sich: Der Frachtumschlag stieg um fast 12% (erstmals seit 4 Jahren), der Passagierumschlag um 8%.
Die Ergebnisse des Jahres 2003 zeichnen das Bild einer „Überhitzung“ der Wirtschaft im besten Sinne des Wortes. Das Wachstum wurde durch eine günstige Konjunktur auf den Weltmärkten begünstigt, aber wahrscheinlich auch durch eine gewisse Stabilisierung im Inneren des Landes.

Die Hauptfrage für das bereits begonnene Jahr 2004 ist, ob die Ukraine dieses Tempo beibehalten kann? Werden die Rekordwerte zu einem einmaligen Ausreißer? Die Antwort hängt davon ab, ob es gelingt, das derzeitige Wachstum in Strukturreformen umzuwandeln, die die Wirtschaft weniger abhängig von Wetter und globalen Rohstoffpreisen machen.
