Die europäischen Goldnotierungen stiegen am Donnerstag, den 20. Februar, erstmals in dieser Woche wieder über die psychologisch wichtige Marke von 350 US-Dollar je Feinunze. Der Anstieg wurde durch die eskalierenden Spannungen um den Irak befeuert. Experten schließen nicht aus, dass der Preis bis Ende der Woche auf 355-360 Dollar springen könnte.
Nach drei Handelstagen unterhalb der 350-Dollar-Marke machte der Goldmarkt einen scharfen Satz nach oben. Der Morgenfixing in London wurde bei 351,10 Dollar je Unze festgesetzt, 1,5 % über dem vorherigen Abendwert. In Zürich wurde Gold bis 14:00 Uhr Moskauer Zeit im Bereich von 351,00-352,00 Dollar je Unze gehandelt.
Haupttreiber: Nicht die Wirtschaft, sondern die Politik
Analysten führen den aktuellen Anstieg einhellig auf die Verschärfung der Lage um den Irak zurück. Anleger betrachten Gold traditionell als „sicheren Hafen“ in Zeiten geopolitischer Instabilität und erhöhter Risiken. Neben dem Irak-Faktor kam positiver Impuls aus Asien und Amerika: Die Nachfrage an der Tokioter Warenbörse stieg und auch die Futures-Preise an der New Yorker Warenbörse (COMEX) legten zu.
„Der Anstieg der Goldpreise in Europa wurde, wie Experten anmerken, durch die eskalierenden Spannungen um den Irak verursacht.“
Prognose für die kommenden Tage: Zwei Szenarien abhängig vom Irak
Von der Publikation zitierte Experten haben zwei klare Szenarien erstellt, die zeigen, wie abhängig der Goldmarkt derzeit von politischen Nachrichten ist:
- Eskalationsszenario: Im Falle einer weiteren Verschärfung der Krise könnten die Goldpreise bis Ende der Woche auf 355-360 Dollar je Unze steigen (etwa 336-342 Euro*).
- Deeskalationsszenario: Wird eine friedliche Lösung der Irak-Frage gefunden, könnten die Preise auf 325-326 Dollar je Unze einbrechen (etwa 309-310 Euro*).
Die 340-Dollar-je-Unze-Marke gilt dabei als entscheidender „Drehpunkt“: Bei einem friedlichen Ausgang wird sie zum Widerstandsniveau, mittelfristig zum Unterstützungsniveau.
Was bedeutet das für ukrainische Anleger und die Wirtschaft?
Obwohl die Ukraine kein großer Player auf dem Goldmarkt ist, ist seine Dynamik aus mehreren Gründen wichtig:
- Indikator für globale Risiken. Steigende Goldpreise sind ein deutliches Signal für ukrainische Exporteure und international tätige Unternehmen über zunehmende Unsicherheit. Dies kann Wechselkurse, Kreditkosten und die Anlegestimmung beeinflussen.
- Schutz von Ersparnissen. Für wohlhabende Ukrainer und Finanzinstitute, die Gold als Teil eines Anlageportfolios betrachten, eröffnet die aktuelle Volatilität Chancen für kurzfristige Geschäfte. Für europäische Investoren unterstreicht die Kursbewegung, dass der Goldpreis in Euro (bei einem Kurs von etwa 0,95 EUR/USD) aktuell bei rund 334 Euro je Unze liegt, wobei jedes weitere politische Beben die in Euro bewerteten Edelmetallbestände verteuern kann.
- Auswirkungen auf die Hrywnja. Ein starker US-Dollar, der in Krisenzeiten oft (aber nicht immer) steigende Goldpreise begleitet, kann Druck auf den Wechselkurs der Hrywnja ausüben.
Insgesamt üben die Goldpreisnotierungen ihren Einfluss auf die ukrainische Wirtschaft und damit auf das Leben eines jeden von uns aus.

Schlussfolgerungen: Der Markt im Nachrichten-Wartemodus
Die aktuelle Situation ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Geopolitik einen Rohstoffmarkt antreibt. Gold hat aufgehört, nur ein Metall zu sein, und ist zu einem Barometer der Anlegerängste vor einem möglichen Krieg geworden.
Die weitere Preisbewegung hängt fast vollständig von den Schlagzeilen aus Washington und Bagdad ab. Ukrainischen Geschäftsleuten und Anlegern, die für globale Trends empfänglich sind, sollte dieser „goldene Thermometer“ der Weltspannung genau beobachten — seine Anzeigen in den kommenden Tagen könnten sehr aussagekräftig sein.
* Wechselkurs am 20.02.2003: ~1 USD ≈ 5,35 UAH; ~1 EUR ≈ 0,95 USD. Umrechnungen in Euro sind Näherungswerte basierend auf diesem Devisenkurs und stellen keine Finanzempfehlung dar.
