Der durchschnittliche Monatslohn in der Ukraine erreichte 2002 376,33 Hrywnja und stieg damit um 21% im Vergleich zu 2001. Gleichzeitig sanken die Lohnrückstände auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erfassung. Diese Daten wurden vom Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik veröffentlicht.
Nach mehreren Jahren der Stagnation zeigte der ukrainische Arbeitsmarkt 2002 eine deutliche Belebung. Den offiziellen Statistiken zufolge verzeichnete die Pressestelle des Ministeriums bei nahezu allen Schlüsselindikatoren ein Wachstum, was indirekt auch eine allgemeine Verbesserung der Wirtschaftslage bestätigt.
Einkommenswachstum: nominal und real
Ein durchschnittliches Gehalt von 376,33 Hrywnja pro Monat (~60.7 EUR*) ist zweifellos ein Fortschritt. Wichtig ist, dass das Wachstum nicht nur auf dem Papier stattfand: die Realeinkommen der Bevölkerung stiegen um 21,2% und die Reallöhne erhöhten sich um 18,2%.

Das bedeutet, dass das Lohnwachstum die Inflation, die am Jahresende unter 1% lag, deutlich übertraf. Einfacher ausgedrückt: Die Kaufkraft der Ukrainer ist spürbar gestiegen.
Sieg über die Lohnschulden
Eines der drängendsten sozialen Probleme der Vorjahre – die chronischen Lohnrückstände – hat sich 2002 merklich entschärft. Zum 1. Januar 2003 beliefen sich die Gesamtschulden auf 2.323,4 Millionen Hrywnja (~374.7 Millionen EUR*), was 16,3% (451,6 Millionen Hrywnja) weniger ist als ein Jahr zuvor.
„Die Lohnrückstände… sind der niedrigste Stand seit Beginn der staatlichen Überwachung“,
so das Ministerium.
Beschäftigung: Hunderttausende neuer Arbeitsplätze geschaffen
Der Arbeitsmarkt zahlte nicht nur mehr, sondern bot auch mehr Möglichkeiten:
- Die Zahl der erwerbstätigen Bürger (15-70 Jahre) stieg um 121,9 Tausend auf 20,5 Millionen.
- Es wurden über 406.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
- Der Staatliche Beschäftigungsdienst vermittelte 838.000 Bürger in Arbeit.
Die offizielle Zahl der Arbeitslosen blieb mit 2,2 Millionen Menschen hoch, aber die Dynamik deutet auf eine Bewegung in positive Richtung hin.
Was steckt hinter den Zahlen und wie sind die Aussichten?
Die optimistischen Daten des Ministeriums sind höchstwahrscheinlich das Ergebnis mehrerer Faktoren:
- Wirtschaftswachstum. Der Anstieg der Industrieproduktion und des BIP schuf eine Nachfrage nach Arbeitskräften und steigerte die Unternehmenseinnahmen.
- Administrativer Druck. Die Behörden haben den Kampf gegen Lohnschulden wahrscheinlich intensiviert, insbesondere in Staatsbetrieben.
- Wachstum im Privatsektor. Die Schaffung von 406.000 neuen Arbeitsplätzen ist größtenteils kleinen und mittleren Unternehmen zu verdanken, die begannen, sich aktiver zu entwickeln.
Die Summe von 376 Hrywnja (~61 Euro) erinnert jedoch auch nach einem Anstieg von 21% daran, dass die Ukraine immer noch von einer sehr niedrigen Basis startet. Für den Übergang zu einem qualitativ neuen Lebens- und Konsumniveau ist kein einmaliger, sondern ein nachhaltiges, mehrjähriges Lohnwachstum mit einer über der Inflation liegenden Rate erforderlich. Die Aufgabe für 2003 besteht darin, diesen positiven Trend nicht nur beizubehalten, sondern zu beschleunigen.
* Wechselkurs zum 11.03.2003: ~1 EUR ≈ 6,20 UAH. Die Berechnungen sind näherungsweise, basierend auf Daten der Nationalbank der Ukraine.
