Gestern legte die Metinvest-Gruppe, die die Bergbau- und Hüttenwerksvermögen von Rinat Achmetow verwaltet, ihre Ergebnisse für 2006 vor. Die Zahlen zeigen: Das größte ukrainische Stahlerzeugungs-Holding hat nicht nur seine Position auf einem wachsenden Markt gehalten, sondern auch strategisch wichtige Schritte zur Stärkung seiner Unabhängigkeit unternommen. Der Schlüsselindikator – die Rohstahlerzeugung – stieg um 5,1 % auf 8,554 Millionen Tonnen.
Dieses Wachstum wurde unter schwierigen Bedingungen erreicht. Der Weltmarkt sah sich im letzten Jahr mit einer Knappheit und hohen Preisen für Kokskohle, einem wichtigen Rohstoff für die Eisenmetallurgie, konfrontiert. Und hier zeigte Metinvest die Vorteile einer vertikal integrierten Struktur: Die eigene Kohle- und Kokssparte deckte nicht nur den Bedarf des Unternehmens, sondern steigerte auch die Förderung.
Wachstum von innen: Kohle, Erz, Koks
Genau der Fokus auf die eigene Rohstoffbasis war der Treiber der Erfolge im letzten Jahr. Die Bergbausparte der Gruppe zeigte eine beeindruckende Dynamik:
- Die Pellets-Produktion stieg um 27,1 % (auf 12,3 Mio. t);
- Die Konzentrat-Produktion erhöhte sich um 9,5 % (auf 17,5 Mio. t).
Die eigene Kohleförderung stieg um 5 % auf 5,7 Millionen Tonnen, was eine sofortige Steigerung der Hochofenkoks-Produktion im Kokereibetrieb von Azovstal um 10 % ermöglichte.

Allerdings sank die gesamte Koksproduktion der Gruppe insgesamt um 3 % – auf 4,893 Millionen Tonnen. Der Grund dafür ist jedoch positiv: Der Rückgang erfolgte aufgrund eines Rückgangs des Verkaufs an externe Verbraucher. Das Unternehmen lenkte Ressourcen für den internen Bedarf um und stärkte so seine Technologiekette.
Endzahlen: Die gesamte Kette im Wachstum
Die Situation „vom Erz bis zum Walzprodukt“ sieht harmonisch aus. Neben dem Stahlwachstum steigerte die Gruppe:
- die Roheisenerzeugung — 7,3 Mio. t (ein Anstieg von etwa 5 %);
- die Produktion von Fertigwalzprodukten — 8,6 Mio. t (ein Anstieg von etwa 9 %);
- die Rohrerzeugung — etwa 600 Tsd. t (ebenfalls ein Wachstum).
Tatsächlich zeigten alle wichtigen Produktionsstufen im Vergleich zu 2005 ein Wachstum von 5-9 %. Dies deutet auf eine ausgewogene Entwicklung hin, nicht auf punktuelle Erfolge.
Was bedeutet das für den Markt?
Die Ergebnisse von Metinvest sind ein guter Barometer für die gesamte ukrainische Metallurgie. Sie bestätigen, dass unter Bedingungen hoher Volatilität auf den Rohstoffmärkten derjenige gewinnt, der die maximale Anzahl von Produktionsstufen kontrolliert. Die Strategie Achmetows auf tiefgreifende vertikale Integration – von der Kohlegrube und der Eisenerzgrube bis zum Warmwalzwerk – hat sich als richtig erwiesen.

Für die ukrainische Wirtschaft sind solche Ergebnisse ebenfalls ein Plus. Sie bedeuten die Erhaltung von Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen und die Stärkung der Position eines der Flaggschiffe des nationalen Exports unter den Bedingungen des harten globalen Wettbewerbs. Die Hauptfrage für 2007: Wird die Gruppe diese Dynamik aufrechterhalten können, wenn die Rohstoffmärkte weiter Rekorde brechen? Für die deutsche Industrie, als wichtiger Abnehmer von Stahlprodukten, ist die Stabilität eines großen Lieferanten wie Metinvest ein wichtiger Faktor.
