23. Februar 2026 — Die Weltbank hat gemeinsam mit der Regierung der Ukraine, der Europäischen Kommission und der UNO den fünften Bericht zur Schadens- und Bedarfsermittlung für den Wiederaufbau der Ukraine (RDNA5) vorgelegt. Das Dokument deckt den Zeitraum vom Beginn der groß angelegten Invasion bis Dezember 2025 ab. Wir präsentieren die wichtigsten Ergebnisse, einige Details und Fotos* der Veranstaltung.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko teilte mit, dass laut Bericht der Gesamtbedarf für den Wiederaufbau des Landes 588 Milliarden US-Dollar (etwa 517 Milliarden Euro / 566 Milliarden Schweizer Franken)** beträgt. Diese Schätzung umfasst nicht die Zerstörungen, die im Januar-Februar 2026 verursacht wurden.

Wird das Geld gefunden? Die Rolle der Wirtschaft
Wie auf dem Regierungsportal berichtet wird, erreichten die Schäden allein im Jahr 2025 64 Milliarden Dollar (etwa 56,3 Milliarden Euro / 61,6 Milliarden Schweizer Franken)**. Das Tempo der Zerstörung hat sich im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum mehr als verdoppelt. Die größten Verluste wurden im Wohnungssektor, der Verkehrsinfrastruktur und der Energieversorgung verzeichnet.

„Dieser Bericht liefert international anerkannte Schadensschätzungen, die sowohl in Wiederaufbauplänen als auch in rechtlichen Forderungen gegen den Aggressorstaat verwendet werden können“,
— erklärte Swyrydenko bei der Vorstellung des Berichts.
Vom Wiederaufbau zur Transformation
Ein wichtiges Signal für die Wirtschaft: Etwa 40 % des Gesamtbedarfs könnten vom privaten Sektor finanziert werden. Das bedeutet, dass der Wiederaufbau der Ukraine nicht nur eine Aufgabe des Staates und internationaler Partner sein wird, sondern auch ein gewaltiges Investitionsprojekt. Für deutsche, österreichische und Schweizer Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, erneuerbare Energien und Infrastruktur eröffnet sich hier ein potenzieller Markt von über 235 Milliarden Dollar.

Der nächste Schritt ist die Entwicklung eines Modells für die „Wirtschaft der Zukunft“. Die Regierung arbeitet gemeinsam mit der Weltbank an einer langfristigen Entwicklungsplanung des Landes, die konkrete Reformen, Finanzierungsquellen und die Abstimmung der Maßnahmen mit den Partnern umfasst.
„Der Wiederaufbau der Ukraine ist eine gemeinsame Verantwortung der demokratischen Welt. Unsere Aufgabe ist es nicht nur, das Zerstörte wieder aufzubauen, sondern auch eine widerstandsfähigere Wirtschaft zu schaffen und die langfristige Leistungsfähigkeit des Staates zu sichern. Ich danke allen Partnern, die die Ukraine unterstützen“,
— betonte die Regierungschefin.
Was kommt als Nächstes?
Der RDNA5-Bericht ist nicht nur eine Aufzeichnung von Verlusten, sondern eine Roadmap. 588 Milliarden Dollar bedeuten ein Arbeitsvolumen für Jahre. Und wenn man dies nicht nur als Folge des Krieges betrachtet, sondern als das größte Infrastrukturprojekt in Europa, wird klar: Ohne privates Kapital, ohne Reformen und ohne internationale Koordinierung wird es nicht gehen.
Abschließend sei daran erinnert, dass der polnische Minister für Staatsvermögen, Wojciech Balczun, vor Kurzem eine vergleichbare Summe für die Kosten des Wiederaufbaus der Ukraine genannt hat. In seiner Rede beim Davos-Forum nannte er eine Zahl von 506 Milliarden Euro (597 Milliarden Dollar) für den Zeitraum bis 2034. Die neuen Zahlen bestätigen: Das Ausmaß ist kolossal, aber auch die Möglichkeiten für diejenigen, die bereit sind, sich am Wiederaufbau zu beteiligen, sind entsprechend.
*Quelle der im Material verwendeten Fotos: kmu.gov.ua.
**Die Umrechnung in Euro und Schweizer Franken erfolgte auf Basis des Wechselkurses vom 24. Februar 2026. Die erhaltenen Beträge sind Näherungswerte und dienen nur zu Informationszwecken. Für genaue Berechnungen verwenden Sie bitte unseren Währungsrechner.
